Freiburg. Eine besondere zeitgenössische Kunstinstallation wurde im Freiburger Münster realisiert: Sechs Wochen lang, seit dem 13. April, ließ die Künstlerin Elke Maier das Kunstwerk aus Fäden in kontinuierlichem Dialog mit dem Raum entstehen. Das verwendete Material ist denkbar einfach: feines weißes Baumwollgarn, das die Künstlerin in hunderten von Fäden und tausenden von Metern im Kirchenschiff verwebte. Die Besuchenden des Freiburger Münsters konnten den Entstehungsprozess der Installation dabei von Anfang an verfolgen. Die Fadeninstallation wird bis zum 28. September im Freiburger Münster zu sehen sein. Die Erzbischof Hermann Stiftung der Erzdiözese Freiburg fördert das mit Strahlkraft versehene Projekt.
Bei der Vernissage am Pfingstmontag (25. Mai) im Freiburger Münster sprach die Freiburger Kunsthistorikerin Dr. Antje Lechleiter zur Installation und führte ein Interview mit der Künstlerin. Elke Maier erläutert: „Die Fäden sind Medium für das Licht. Sie erhalten eine Präsenz durch das Licht. Je gespannter sie sind, desto dünner werden sie und umso mehr glänzt ihre Oberfläche. Am Ende, wenn die Installation wieder abgebaut wird, bleibt nicht irgendein banales Fadenknäul zurück. An diesem spezifischen Ort sind die Fäden aufgeladen von Licht, Gebet und Weihrauch. Sie sind sakramental.“ Dompfarrer Alexander Halter gratulierte als Vertreter der Erzbischof Hermann Stiftung und des Münsterfabrikfonds der Künstlerin zu ihrem Werk im Freiburger Münster. Musikalisch begleitet wurde die Vernissage von Doesjka van der Linden (Harfe) und Jörg Josef Schwab (Orgel).
Die Projektleiterin Dr. Katharina Seifert, Kuratorin und Referentin des Fachbereichs Kunst, Kultur, Kirche, unterstreicht die Besonderheit des Kunstwerks: „Besonders ist das Kunstwerk schon einmal dadurch, dass es die erste zeitgenössische künstlerische Intervention dieser Größenordnung im Freiburger Münster ist.“ Ebenso ist die Faden-Installation von Elke Maier durch die Begegnung mit dem natürlichen Licht, „dem Unverfügbaren“, besonders, betont Seifert. „Je nach Intensität des Sonnenlichtes verändern sich Details der Arbeit, sind sie sichtbar oder eben auch unsichtbar, sind die Fäden stumpf oder glanzvoll. Und zum Dritten ist die Arbeit besonders, weil aus einfachstem Material und höchster menschlicher Konzentration - die Künstlerin selbst spricht von ‚Gegenwartskonzentration‘ - das Werk in sich eine spirituelle Dimension hat, die auf Transzendenz verweist.“
Weiterführende Informationen zu Künstlerin und Werk: https://elke-maier.webnode.page/
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