Missio canonica an 65 Religionslehrkräfte verliehen

12.06.2026 | Weihbischof Dr. Birkhofer betont Bedeutung des Religionsunterrichts

Freiburg. 65 Religionslehrerinnen und Religionslehrer aus dem Gebiet der Erzdiözese Freiburg haben ihre kirchliche Unterrichtserlaubnis („Missio canonica“) erhalten. Weihbischof Dr. Peter Birkhofer überreichte den Pädagoginnen und Pädagogen im Rahmen einer Eucharistiefeier am Freitag (12.06.) im Freiburger Münster die Urkunden.
 
In seiner Predigt sagte der Weihbischof: „Religionsunterricht will vermitteln, dass dort, wo der Glaube ist, das System der Welt, der heilige innere Zusammenhalt des Ganzen sichtbar wird, die innere Einheit der Wirklichkeit; eine Weise des Verstehens, die nun eben nicht nur das Viele sich selbst erschafft, sondern die Mitte – die Ganzheit – sieht und damit Wahrheit inne wird.“ Das Bild des heiligen Christophorus auf dem Gottesdienstheft erinnere daran, dass die Religionslehrerinnen und Religionslehrer in den verschiedensten Situationen und Herausforderungen des Unterrichts mit dem Blick auf Jesus Christus, in der Einheit mit ihm die Wahrheit des Lebens erkennen und den Weg in die Zukunft wagen können, weil er unsere Zukunft ist. „Wo Jesus Christus die Mitte unseres Lebens ist, da haben wir festen Boden unter den Füßen und können die Schritte hineinwagen ins Leben“, sagte Weihbischof Dr. Birkhofer.

Zentrale Rolle der Schule angesichts der Herausforderungen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

Die Leiterin der Hauptabteilung Bildung im Erzbischöflichen Ordinariat, Susanne Orth, dankte den Religionslehrkräften für ihren wichtigen Einsatz. Dabei verwies sie auf die Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Papst Leo XIV., in der die zentrale Rolle der Schule angesichts der Herausforderungen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz hervorgehoben wird. Die Schule müsse nicht mit der Geschwindigkeit der digitalen Welt konkurrieren, sondern solle das anbieten, was digitale Angebote allein nicht leisten können: gemeinsame Zeit für das Lernen und verlässliche Beziehungen. „Hierzu leisten Sie als Religionslehrerinnen und Religionslehrer einen wesentlichen Beitrag. Sie erinnern junge Menschen daran, dass ihr Wert nicht von Leistung, Erfolg oder Perfektion abhängt. Sie eröffnen Perspektiven auf Sinn, Hoffnung und Zusammenhalt. Und Sie helfen Schülerinnen und Schülern, die eigene Würde und die Würde anderer Menschen wahrzunehmen und zu achten“, so Orth.
 
Im Schuljahr 2024/25 unterrichteten auf dem Gebiet der Erzdiözese Freiburg 3.768 katholische Religionslehrerinnen und Religionslehrer. 193.839 Schülerinnen und Schüler besuchten den katholischen Religionsunterricht. Insgesamt gab es in der Erzdiözese Freiburg wöchentlich 20.443 Stunden katholischen Religionsunterricht.

Hintergrund:

Um katholischen Religionsunterricht erteilen zu dürfen, müssen Lehrkräfte vom Freiburger Erzbischof beauftragt werden. Voraussetzungen für die Verleihung der „Missio canonica“ sind unter anderem ein erfolgreich abgeschlossenes Studium der katholischen Theologie für das Lehramt an öffentlichen Schulen sowie die volle Mitgliedschaft in der katholischen Kirche durch Taufe, Firmung und Eucharistie. 
 
(mf)
Einfach kirchlich heiraten
Planen Sie jetzt ihre kirchliche Trauung!

Meldungen der Erzdiözese
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Treue in der Not

Wenn die Frage nach einem unschuldig Leidenden gestellt wird, wird immer Hiob genannt. Er ist aufgrund einer Wette zwischen Gott und dem Teufel zum Spielball der Intrigen des Höllenfürsten geworden. Und das nur, um die Unerschütterlichkeit seines Glaubens auf die Probe zu stellen. Vergessen wird dabei aber seine Frau, die in der Rahmenerzählung nur zweimal erwähnt wird. Sie wird Hiob nicht genommen, sie steht in aller Not treu zu ihm. Sie verliert wie er Hab und Gut, sie verliert ihre Kinder, ihr bleibt am Ende nur neben ihrem Mann in der Asche, in den Trümmern ihres bisherigen Lebens zu sitzen. Im Gegensatz zu Hiob lehnt sie sich aber auf: »9 Seine Frau sagte zu ihm: ›Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!‹ 10 Aber Ijob antwortete: ›Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?‹« (Hiob 2,9-10, Übersetzung Gute Nachricht) Sie lässt sich überzeugen und bleibt treu an der Seite ihres Mannes.