Hauchzart sichtbar und wirkungsstark erlebbar

06.07.2026 | Faden-Installation „Sichtbar – Unsichtbar“ bewegt die Besucher. Weitere Veranstaltungen und ein Film vertiefen das Thema

Freiburg. Die Kunstinstallation „Sichtbar – Unsichtbar“ sorgt bei Besuchenden im Freiburger Münster für funkelnde, bei manchen sogar für feuchte Augen. Tief beeindruckt von der Wirkung sind sie ähnlich wie weiterer Besuchende, wie bisherige Rückmeldungen zeigen. Bei ihr kommen große Freude und Dankbarkeit für die Installation an, erklärt Projektleiterin Katharina Seifert vom Fachbereich Kunst, Kultur, Kirche des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg in einer Zwischenbilanz der besonderen Installation.

Das sagen Besuchende

Teils handelt es sich um spontane Besuche, zum gewissen Teil um eine gezielte und wiederholte Ansteuerung des Freiburger Münsters, damit die erstmalige Kunstinstallation dieser Art im Inneren selbst erfahrbar wird. Welche starke Wirkung die sich über mehrere Kilometer Gesamtlänge erstreckenden Fäden haben, erfahren auch Münster-Führer von Teilnehmenden. Tränen in den Augen würden davon zeugen. Eine Frau berichtete, dass sie von Beginn an täglich ins Münster komme, da auf sie die Fadeninstallation eine „heilende Wirkung“ habe, nachdem sie zuvor psychisch angeschlagen war.
 
„Die Fäden, die als solche gar nicht wahrgenommen werden, sondern dem Licht als Kommunikator in der Stille dienen“, bezeichnet eine Person als wunderbar. „Die Installation ist einfach mega.“ Ein weiterer Münster-Besucher sagt als Rückmeldung: „Ich war sofort fasziniert, weil Licht ein wesentliches Element des Münsters ist, das aber wie die Luft meist nicht bewusst wahrgenommen wird. Jetzt wird es ganz prominent und doch hauchzart sichtbar.“

Die Einschätzung der Kuratorin

Gerade auf das ruhige Erkunden der Installation und der Strahlkraft von Sonne und Fäden setzt Kuratorin Katharina Seifert. „Es gibt auf den ersten Blick keinen riesigen Wow-Effekt, sondern es ist etwas, was sich leise zeigt.“ In ihrer Zwischenbilanz zeigt sie sich angesichts der positiven Rückmeldungen aus Freiburg, der Region und der Touristen sehr zufrieden. „Es freut mich unglaublich, dass die Menschen es so erfahren, dass es im Strahlen und in der Lichthaftigkeit über den Kirchenraum hinaus etwas Größeres gibt.“

Wie die Künstlerin das Wirken bewertet

Die Künstlerin Elke Maier bietet ebenso Einblicke in Ihre Wahrnehmung: „Die Weite des Raumes öffnet den Blick und veranlasst zum Staunen. Das gesprochene Wort antwortet dem geöffneten Blick. Das Erleben dieses Raumes bewirkt, dass ich denke, was ohne dieses Erleben so nicht denkbar gewesen wäre.“
 
Charakteristisch für diese Installation sei, dass sie „zu bloßer Bewegung mit den Augen“ einlädt: „Sie bietet die Möglichkeit, mit den Augen im Raum umherzuwandern – bis ans Ende des Kirchenschiffes.“ Es könne sein, dass die sich durch die Fäden bietende Möglichkeit, mit den Augen im Raum umherzuwandern, für unser Gefühl, in diesen Raum „mit Leib und Seele“ einzutauchen, überhaupt entscheidend sei. „Die in den Fäden manifestierten Sichtachsen dienen dem Auge als Koordinaten. Sie gestatten dem intuitiv, sinnlichen Wahrnehmen, den Raum in all seiner Vielfalt und Komplexität zu erfassen.“

Weitere Einschätzungen von Besuchenden

Zu Besuch im Münster sind weitere Besuchende in einer Rückmeldung ans Ordinariat sehr angetan von dieser Installation. „Diese zart gesponnenen Fäden erscheinen wie die Lichtstrahlen mittelalterlicher Bilder, wenn es darum geht, die Verbindung des Göttlichen zu den Menschen darzustellen. Nach tieferem Nachdenken geht die Verbindung aber auch nach oben, so wie unsere Gebete und der Weihrauch.“ Diese Wechselwirkung vom Himmel zur Erde und umgekehrt werde grandios mit den Fäden sichtbar.
 
Schon während der Entstehung der Faden-Installation gab es positive Rückmeldungen, die über den Flyer-QR-Code auch möglich gemacht wurde. Es sei ein „beeindruckendes Projekt“, das in den weiteren Wochen mit großem Interesse weiter mitverfolgt werde. Der Künstlerin über die Schulter geschaut hatte auch ein anderer Münster-Besucher. Der Eindruck: „Mit einfachem weißem Nähfaden schafft sie Lichtstrahlen durch den Kirchen-Raum, jemand meinte, ,das Licht des Hl. Geistes‘ zu erblicken.“ Und ein anderer schreibt: „Der erste Eindruck dieser überaus gelungenen Symbiose aus Licht und Schatten weckte augenblicklich Assoziationen mit faszinierenden Lichtphänomenen der Natur – von Sonnenstrahlen, die sich den Weg durch die Wolken brechen, bis hin zur Aurora Borealis (Nordlicht). In diesem Fall ist es zweifelsohne filigrane, hochkarätige Kunst und eine Quelle der Inspiration.“
 
Die Fadeninstallation wurde von der Erzbischof Hermann Stiftung gefördert.

Der Film und die Ausstellung

Den performativen Prozess des Erschaffens des Werkes über sechs Wochen hinweg verfolgte immer wieder ein Filmteam der Firma B2W filmworks GmbH unter der Leitung von Ingo Behring. Entstanden ist eine spannende Dokumentation, die ein besonderes Kunstwerk einer besonderen Künstlerin in einem besonderen Raum veranschaulicht. Der 18-minütige Film von Regisseur Ingo Behring wird bis zum Ende der Installation am 28. September 2026 immer mittwochs und freitags von 17 Uhr an im c-punkt MÜNSTERFORUM zu sehen sein. 
 
Die Ausstellung von Fotos auf Alu-Dibond von früheren Projekten der Künstlerin Elke Maier in vergleichbarer Größenordnung wie die Installation im Freiburger Münster wird bis zum 18. Juli 2026 verlängert und ist jeweils von Montag bis Samstag von 10 bis 16 Uhr, an den Filmtagen Mittwoch und Freitag auch bis 17 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt zu Film und Ausstellung ist frei.
 
Der Film wurde von der Erzbischof Hermann Stiftung, von der Erzdiözese Freiburg, von der Eugen Martin Stiftung und von der Sparkasse Freiburg gefördert.

Die anstehenden Programmpunkte:

 
Klang.Raum.Licht
Impulse zur Installation mit Wort und Musik im Freiburger Münster
bis 26. September immer samstags 13.30 bis 13.50 Uhr
Der Eintritt ist frei.
 
Sonderführung zur Fadeninstallation
mit Besuch der Michaelsempore und Blick von oben
Mittwoch, 8. Juli 2026
Mittwoch, 5. August 2026
Jeweils 15-16 Uhr
Referentin: Dr. Antje Lechleiter, Kunsthistorikerin
 
Treffpunkt im c-punkt MÜNSTERFORUM.
Tickets (10 €; max. 20 Personen) im c-punkt oder online: schop.c-ounkt-freiburg.de
(Die Führung ist nicht barrierefrei, 69 Treppenstufen)
 
Vom Licht berührt - Film
sichtbar - uns°chtbar
bis 25. September 2026 jeden Mittwoch und Freitag um 17 Uhr 
Filmische Dokumentation zur Fadeninstallation
Beschreibung
Der Prozess der Erschaffung des Kunstwerkes aus unzähligen Baumwollfäden durch die Künstlerin Elke Maier mehrfach über die sechswöchige Installationszeit hinweg von einem Team der Firma B2W filmworks GmbH unter der Leitung des Regisseurs Ingo Behringer gefilmt. Entstanden ist eine 18-minütige Dokumentation, die dieses besondere Kunstwerk im Freiburger Münster ausgesprochen spannend veranschaulicht.
Im Kino des c-punkt MÜNSTERFORUM.
Der Eintritt ist frei.
 
Transzendente Räume
Temporäre Fadeninstallationen von Elke Maier in Sakralbauten 2003-2024
 
Foto-Ausstellung im c-punkt MÜNSTERFORUM
verlängert bis 18. Juli 2026
Jeweils Montag bis Samstag 10 bis 16 Uhr, mittwochs und freitags bis 17 Uhr
Bitte Änderungen auf der Homepage beachten.
Der Eintritt ist frei.
 
Mystik in der Bildenden Kunst
Wie zeigt sich christliche Mystik in der bildenden Kunst bis hin zur Fadeninstallation im Freiburger Münster?
Vortrag im c-punkt MÜNSTERFORUM
Donnerstag, 10. September 2026, 17 Uhr
 
Referentin: Dr. Katharina Seifert, Fachbereich Kunst, Kultur, Kirche im Referat Liturgie und Sakramente, Erzbischöfliches Ordinariat
Der Eintritt ist frei.
 
(mf)
 
  
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Kampf mit Gott

Die Ausgangslage schein klar zu sein: Wer sich anmaßt, mit Gott kämpfen zu wollen, wird verlieren! Es ist die Frage, ob man jetzt den Kampf sucht oder ob man herausgefordert wird. Im Buch Genesis lesen wir von Jakob, wie er diesen Kampf besteht: »23 Mitten in der Nacht stand Jakob auf und nahm seine beiden Frauen und die beiden Nebenfrauen und seine elf Söhne und brachte sie an einer seichten Stelle über den Jabbok; 24 auch alle seine Herden brachte er über den Fluss. 25 Nur er allein blieb zurück. Da trat ihm ein Mann entgegen und rang mit ihm bis zum Morgengrauen. 26 Als der andere sah, dass sich Jakob nicht niederringen ließ, gab er ihm einen Schlag auf das Hüftgelenk, sodass es sich ausrenkte. 27 Dann sagte er zu Jakob: »Lass mich los; es wird schon Tag!« Aber Jakob erwiderte: »Ich lasse dich nicht los, bevor du mich segnest!« 28 »Wie heißt du?«, fragte der andere, und als Jakob seinen Namen nannte, 29 sagte er: »Du sollst von nun an nicht mehr Jakob heißen, du sollst Israel heißen! Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gesiegt.« 30 Jakob bat ihn: »Sag mir doch deinen Namen!« Aber er sagte nur: »Warum fragst du?«, und segnete ihn. 31 »Ich habe Gott von Angesicht gesehen«, rief Jakob, »und ich lebe noch!« Darum nannte er den Ort Penuël. 32 Als Jakob den Schauplatz verließ, ging die Sonne über ihm auf. Er hinkte wegen seiner Hüfte.« (Genesis 32,23-32 Übersetzung Gute Nachricht)